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Häufige Fragen

Welche Voruntersuchungen sollen vorliegen, bevor eine Embolisation geplant werden kann?

Eine Myomembolisation soll gut vorbereitet und geplant werden.
Sie sollten zunächst

  • sich von Ihrer Frauenärztin/Ihrem Frauenarzt gründlich untersuchen lassen und vor allem muss das Vorliegen einer bösartigen Gebärmuttererkrankung ausgeschlossen sein
  • durch eine Untersuchung mittels Magnetresonanztomographie Position, Anzahl und Größe des Myoms/der Myome klären beziehungsweise die Diagnose Adenomyose abklären
  • nach Möglichkeit eine Spirale entfernen lassen und ein anderes Verhütungsmittel wählen (auch mindestens sechs Monate nach dem Eingriff)

Ist die Embolisation immer die Methode der ersten Wahl?

Nein, es gibt einige Gründe, die eher für ein chirurgisches Vorgehen sprechen, wie zum Beispiel:

  • bei einer schweren Allergie gegen Röntgenkontrastmittel
  • bei Blutgerinnungsstörungen
  • bei einer Infektion im Beckenraum
  • bei sogenannten subserösen Myomen, die an einem dünnen Stiel außen an der Gebärmutter wachsen, sollten Risiko und Nutzen genau abgewogen werden
  • bei sogenannten submukösen Myomen

Daher ist ein ausführliches Gespräch mit dem Interventionisten besonders wichtig.

Ist die Embolisation bei Kinderwunsch die Methode der Wahl?

Diese Frage ist nicht so einfach zu beantworten. In den letzten Jahren war man bei der Indikationsstellung zur Embolisation bei Kinderwunsch sehr zurückhaltend, da in seltenen Fällen Beeinträchtigungen des Eierstockes nicht auszuschließen sind. Inzwischen liegen jedoch auch Daten vor, die zeigen, dass die Erfolgs-/ beziehungsweise Komplikationsrate von Schwangerschaften jener der operativen Myomentfernung sehr ähnlich sein dürfte. Diese Frage klären Sie am besten in einem persönlichen Gespräch mit dem Interventionisten.

Welche Nebenwirkungen oder Komplikationen können auftreten?

Es können während und nach dem Eingriff starke Schmerzen auftreten, da die Durchblutung der Gebärmutter gemindert wird, diese werden jedoch mit einer auf die Patientinnenbedürfnisse maßgeschneiderten Schmerztherapie behandelt. Untersuchungen in der Magnetresonanztomographie (MRT) mit Kontrastmittel haben gezeigt, dass sich die Durchblutung der Gebärmutter nach kurzer Zeit wieder normalisiert. Weiters können in einigen Fällen Unwohlsein, Übelkeit oder eine leichte Temperaturerhöhung auftreten, die mit Gabe von Medikamenten gut zu therapieren sind. Es kann zudem wenige Wochen nach der Embolisation zu Schmierblutungen und leichten Krämpfen kommen, diese Beschwerden gehen aber ebenfalls ohne weitere Behandlung zurück. In sehr seltenen Fällen kann es zu einer Infektion der Gebärmutterschleimhaut (=Endometritis) kommen, die eine intensive antiobiotische Therapie unter gynäkologischer Begutachtung erfordert. In einzelnen Fällen, vor allem bei Frauen ab dem 45. Lebensjahr, kann es zu einem dauerhaften Ausbleiben der Regelblutung kommen, ein kurzfristiges Ausbleiben der Monatsblutung bildet sich normalerweise vollständig zurück. Weiters sind allgemeine Komplikationen eines Kathetereingriffes wie Blutung, Gefäßverletzung und Nebenwirkungen des Röntgenkonstratmittels möglich, insgesamt jedoch sehr selten.

Wie lange dauert die Behandlung?

Die durchschnittliche Behandlungsdauer liegt bei ungefähr 60 Minuten. Nach dem Eingriff versucht der Interventionist die Punktionsstelle zu "verkleben", so dass nach Anlage eines Druckverbandes eine Bettruhe von mindestens 4-6 h eingehalten werden muss, in seltenen Fällen kann diese jedoch bis zu 24 h betragen.

Was passiert mit den Kunststoffkügelchen im Körper? Sind sie schädlich?

Die kleinen Partikel bleiben im Myom/Myomen, sie verschließen komplett und dauerhaft die Blutversorgung der Muskelknoten. Damit ist die Embolisation auch langfristig erfolgreich. Die Kunststoffkügelchen werden dabei vom Körper sehr gut vertragen. Die aus Polyvinylalkohol und Trisacrylgelatine bestehenden Partikel werden in der Chirurgie und Radiologie bereits seit vielen Jahren verwendet.

Wer führt dieses Verfahren durch und wo finde ich den richtigen Ansprechpartner?

Diese Methode wird bisher nur von wenigen, speziell ausgebildeten Radiologen angewandt, sogenannten "Interventionellen Radiologen". Sie arbeiten bei diesen bildgesteuerten Eingriffen mit hochmodernen Röntgengeräten und führen diese Eingriffe mit Hilfe von äußerst dünnen Instrumenten über ein Blutgefäß durch. Mögliche Ansprechpartner in ganz Österreich können Sie gerne per E-Mail erfragen.

Hat eine vorangegangene Therapieform (zB. operative Myomentfernung) einen Einfluss auf die Ergebnisse der Embolisation?

Bisher gibt es keine Daten, dass durch eine vorangegangene Therapieform die Ergebnisse schlechter wären.

Was passiert mit der Blutversorgung der Gebärmutter nach der Embolisation?

Vor der Embolisation besitzen Myome eine hohe Blutzufuhr, viel Blut wird von der Gebärmutterwand zu den Myomen abgelenkt, so dass die normale Muskelwand unterversorgt ist. Daher beginnt die Gebärmutter, sich aus anderen Arterien mit Blut zu versorgen. Wenn die Blutversorgung der Myome dann durch die Embolisation unterbunden wird, greifen die verbleibenden Gebärmutterarterien auf diese Gefäße zurück.

Kann die Embolisation auch nach der Menopause angewendet werden?

Im Regelfall bilden sich die Myome nach der Menopause zurück, jedoch gibt es einige Patientinnen die auch weiterhin Beschwerden haben. In diesen Fällen ist nach dem Ausschluss einer bösartigen Erkrankung durch den Frauenarzt die Embolisation eine sinnvolle und erfolgversprechende Methode.

Gibt es Faktoren, die schon vor der Embolisation zeigen, ob diese erfolgreich sein wird?

Nein, der einzige sichere Einflussfaktor ist die vollständige Embolisation der Myome. Sollten keine anatomischen Varianten vorliegen, gelingt diese in nahezu allen Fällen. Mögliche weitere Faktoren könnten in der Lokalisation der Myome begründet sein - so dürften große, dünn gestielte, subseröre Myome schlechter auf die Embolisation ansprechen.

Beeinträchtigt die Hysterektomie oder die Embolisation das Körperbild oder die Sexualität?

Beide Verfahren bringen den Patientinnen eine Verbesserung in Bezug auf beide Aspekte, langfristig zeigt sich auch kein Unterschied zwischen den Verfahren.

Macht eine Kombination aus Myomembolisation und Myomektomie Sinn?

Vor allem bei größeren und vielen sowie intramuralen Myomen kann die Embolisation unmittelbar vor einer Operation das Blutungsrisiko deutlich senken. Im Regelfall wird jedoch ein vergleichbarer Effekt durch eine vorbereitende Hormontherapie erreicht.