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Therapieoptionen

Schmerztherapie

Wenn im Rahmen der Erkrankung vor allem Schmerzen im Vordergrund stehen, kann eine Therapie mit entzündungshemmenden Schmerzmedikamenten (zB Voltaren, Parkemed, Seractil u.ä.) angewendet werden. Diese Therapie hat keinen Einfluss auf die Grunderkrankung und sollte ausschließlich als Begleittherapie angewendet werden. Wichtig in diesem Zusammenhang ist der Hinweis, dass diese Medikamente in höheren Dosen die Magen- und Zwölffingerdamrschleimhaut angreifen und zu Geschwüren (Ulcera) führen können und daher nur unter begleitendem Magenschutz (zB. Nexium, Pantoloc u.ä.) über längere Zeiträume angewendet werden sollten.

Hormontherapie

Diese Therapieform kann bei allen Formen von Blutungsbeschwerden angewendet werden. Zum Einsatz gelangen orale Kontrazeptiva (="Pille"), Progesteronrezeptorantagonisten (Mifepristone), selektive Progesteronrezeptormodulatoren (Asoprisnil) und Agonisten und Antagonisten des Gonadotropin-freisetzenden Hormones. Allen diesen Medikamenten gemeinsam ist ein guter Therapieerfolg im Hinblick auf Verbesserung der Lebensqualität, Verkleinerung der Myome und Gebärmutter und eine Verringerung der Blutungsbeschwerden mit einer Normalisierung des roten Blutbildes. Die Nebenwirkungen dieser Therapien sind vor allem Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen und verringerte Libido sowie bei einigen eine Erhöhung der Leberfunktionsparameter.  Bei Langzeitanwendung wird ein verstärkter Knochenabbau bis zur Osteoporose beobachtet. Aus diesem Grund können diese Medikamente derzeit nur über einen kurzen Zeitraum angewendet werden. Da nach Absetzen der Therapie die Myome rasch wieder bis zur Ausgangsgröße wachsen und die Beschwerden wieder zunehmen, wird die Hormontherapie derzeit vor allem in der Vorbereitung vor operativen Verfahren (Myomektomie, siehe weiter unten) zur Verkleinerung der Myome eingesetzt. 

Operative Entfernung der Gebärmutter (Hysterektomie)

Die operative Entfernung der gesamten Gebärmutter gilt als endgültige Therapie von Beschwerden durch Myome oder Adenomyose. Je nach Ursache der Beschwerden und Größe der Myome und Gebärmutter kann die Hysterektomie durch die Scheide (hysteroskopisch) oder durch einen Bauchschnitt (Laparotomie) erfolgen.  Alleine in den USA werden pro Jahr circa 175.000 Eingriffe durchgeführt. Der Vorteil dieser Methode ist, dass der Therapieerfolg in Bezug auf Blutungsbeschwerden naturgemäß dauerhaft ist, daher werden auch Patientinnenzufriedenheitsraten von 90% berichtet. Andererseits muß natürlich beachtet werden, dass dieser Eingriff eine große Operation in Vollnarkose bedeutet, eine entsprechend lange Rekonvaleszenz von 6-8 Wochen erfordert und mit dem dauerhaften Verlust der Gebärfähigkeit einhergeht. Im Rahmen der Therapie einer gutartigen Erkrankung besonders wichtig ist auch die Beachtung der psychischen Belastung - bei einer rezenten Studie bedauerten 43% der Patientinnen den Verlust ihrer Gebärfähigkeit. Die in der internationalen Literatur berichteten Komplikationsraten sind nur mit Vorsicht zu bewerten, da Ergebnisse zwischen 1,5% und 29,3% je nach Definition einer Komplikation berichtet wurden. Sicher ist, dass im Rahmen einer Hysterektomie schwerwiegende Komplikationen wie hoher Blutverlust, Darm-, Harnblasen- und Harnleiterverletzungen und Infektionen auftreten können und auch der intensive postoperative Schmerz beachtet werden muß. Ergebnisse von Studien zum Vergleich der Hysterektomie mit der Embolisationstherapie werden auf der Seite Details zur Embolisation angeführt.

Ausschälung des Myoms (Myomektomie)

Im Gegensatz zur Entfernung der gesamten Gebärmutter wird/werden im Rahmen einer Myomektomie nur das/die Myom(e) ausgeschält, während die Gebärmutter belassen wird, somit kann auch die Gebärfähigkeit erhalten werden. Während bei kleinen und entweder weit innen (cavumnahe) oder außen (subserösen) Myomen ein Zugang durch die Scheide (hysteroskopisch) oder mittels Bauchspiegelung (laparoskopisch) möglich ist, muß in allen anderen Fällen ein Bauchschnitt (Laparotomie) durchgeführt werden. Diese Methode bietet sich vor allem dann an, wenn nur wenige und/oder kleine und/oder oberflächlich gelegene Myome bestehen. In allen anderen Fällen ist die Myomektomie eine technisch äußerst schwierige, risikoreiche Operation, die nur von erfahrenen Spezialisten durchgeführt werden sollte. Einerseits besteht ein hohes Risiko für starke Blutungen, die dann mittels Bluttransfusionen behandelt werden müssen und im schlimmsten Fall nur durch die Entfernung der Gebärmutter (Hysterektomie) behoben werden können, andererseits kann die Wand der Gebärmutter zu schwach werden. Um diese Form der Operation zu ermöglichen, wird in einigen Fällen die oben erwähnte Hormontherapie zur Verkleinerung der Myome und Reduktion des Blutungsrisikos durchgeführt. Ein weiteres Problem der Myomektomie sind die relativ hohen Rezidivraten von ungefähr 20%, die in einigen Studien sogar mit circa 60% in 5 Jahren beziffert werden. Weiters beachtet werden müssen natürlich die Rekonvaleszenzzeit, die bei Operationen mit Bauchschnitt bis zu 8 Wochen betragen kann und das Risiko einer Operation in Vollnarkose. Der wichtigste Vorteil dieser Methode ist, dass Schwangerschaften weiterhin möglich sind. Allerdings kann es in Folge der Operation zu Verwachsungen in der Bauchhöhle kommen, welche die Eileiter versperren oder Eileiterschwangerschaften Vorschub leisten können. Ergebnisse von Studien zum Vergleich der Hysterektomie mit der Embolisationstherapie werden auf der Seite Details zur Embolisation angeführt.

Embolisation

Zukunftsaussichten

Mehrere Verfahren befinden sich derzeit in einem experimentellen Stadium. Das bedeutet, dass derzeit noch nicht ausreichend Daten aus entsprechenden Studien vorliegen, um diese Methoden eindeutig bewerten zu können. Trotzdem sollen diese Verfahren vorgestellt werden, um einen Überblick und mögliche zukünftige Therapieoptionen darzustellen.

Auflösung des Myoms (Myolyse/Kryomyolyse)

Dieses Verfahren nutzt die Anwendung gebündelter Energie um die Blutzufuhr zu den Tumoren zu zerstören. Zu diesem Zweck werden Laser, Radiofrequenznadeln oder Tiefkühlnadeln mittels Bauchspiegelung in die Myome eingebracht, um eine narbige Umwandlung zu erreichen. Für jedes Myom sind abhängig von der Größe mehrere Nadeleinbringungen nötig, daher ist derzeit eine theoretische Anwendung nur bei einer geringen Anzahl von Myomen und kleinem Volumen möglich. Innerhalb von 12 Monaten nach der Therapie wurden in mehreren kleinen Studien eine Reduktion des Gebärmuttervolumens von 62-77% berichtet, 60% der Patientinnen hatten anschließend keine Regelblutung mehr, 75% der Patientinnen waren 1 Jahr nach der Therapie sehr zufrieden. Ein wichtiger Nachteil dieser Methode ist, dass sie für Patientinnen mit Kinderwunsch nicht angewendet werden soll, da die narbige Veränderung des Gebärmuttergewebes ein Risiko für einen Riss der Gebärmutter in der Schwangerschaft und Probleme mit der Einnistung des Mutterkuchens (Plazenta) darstellt.

Magnetresonanz-gesteuerter, fokussierter Ultraschall

Dieses Verfahren ist der Myolyse/Kryomyolyse sehr ähnlich, nur dass hier die Energie mittels Ultraschall eingebracht wird. Daher ist auch kein Einschnitt oder Einstich nötig, sondern der Ultraschall wird MR-gesteuert direkt in das Myom einstrahlt. Mehrere Intervalle sind nötig, so dass die Methode 2-4 Stunden lang dauert, die Therapie wird ambulant durchgeführt und die Patientinnen können nach circa 3 Tagen wieder ihre normalen Aktivitäten aufnehmen. Ähnlich wie die Myolyse/Kryomoylyse ist auch dieses Verfahren nicht für Patientinnen mit Kinderwunsch geeignet, ebenso können gestielte Myome und solche, die nahe bei der Harnblase oder dem Darm liegen, nicht behandelt werden. Obwohl die Größenreduktion der Myome und Gebärmutter nur sehr gering ausfielen, haben 50% der Patientinnen 12 Monate nach der Therapie eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität erfahren. Mögliche Komplikationen sind Verbrennungen der Haut und Hitzeschäden an Harnblase und Darm sowie Nerven, weitere Limitationen sind mit den bisherigen Behandlungsprotokollen die hohe Rate an zusätzlich nötigen Therapieverfahren.

Verschluss der Gebärmutterarterie durch Bauchspiegelung (LUAO)

Bei diesem Verfahren wird über einen Zugang mittels Bauchspiegelung (Laparoskopie) die Arterie, welche die Gebärmutter mit Blut versorgt, verschlossen. In einem Manuskript wird eine Erfolgsrate von 93% im Hinblick auf Blutungsbeschwerden und von 58% im Hinblick auf Drucksymptome in einer Nachbeobachtungszeit von 12 Monaten berichtet. Kleine Vergleichsstudien mit der Embolisationstherapie werden auf der Seite Details zur Embolisation vorgestellt. Das Verfahren scheint komplikationsarm zu sein, die Rezidivrate wird mit 9% innerhalb von 2 Jahren angegeben. Die Wertigkeit für Patientinnen mit Kinderwunsch kann derzeit nicht angegeben werden.

DUAO

Die DUAO verwendet ein ähnliches Prinzip wie die LUAO, nur wird hier die Gebärmutterarterie mit Hilfe von Ultraschall durch die Scheide aufgesucht und anschließend für eine bestimmte Zeitspanne von circa 4-6 Stunden unterbunden. Theoretisch soll dann nach dem Lösen diese Unterbindung die Arterie verschlossen sein, wodurch die Myome "absterben" sollen. Einzelne Fallberichte zeigen, dass dieses Vorgehen die Myome und Gebärmutter verkleinert und somit die Blutungsbeschwerden lindern kann. Ein Problem ist die anatomische Nähe des Harnleiters, der bei diesem Vorgehen verletzt werden kann.